Freier Hochschulzugang
Die Akademiker_innenquote in Österreich gehört mit knapp 20% zu den
niedrigsten in der gesamten EU. Die größte Ressource unseres Landes sind
die Menschen und das Know-how, das diese besitzen. Wir glauben daher,
dass die Antwort auf volle Hörsäle nicht sein kann,
Zugangsbeschränkungen auszubauen, sondern vielmehr in die Bildung dieser
Menschen zu investieren und sie zu fördern. Studierende, für die eine
gewisse Studienrichtung nicht die richtige ist, werden dies spätestens
nach zwei, drei Semestern selbst merken und ihr Studium wechseln bzw.
abbrechen. Denn niemand quält sich gerne freiwillig mit einer für sich
unangenehmen Studienrichtung. Die von der ehemaligen Wissenschaftsministerin Beatrix Karl geplante
Einführung von Knock-Out-Phasen sind ein Schlag ins Gesicht für
angehende Akademiker_innen und halten darüber hinaus überproportional
viele Jugendliche aus schwächeren sozialen Verhältnissen vom Studium
ab. Das macht die Universitäten sozial noch unausgeglichener als sie -
angeheizt durch ein löchriges Stipendiensystem und ein sozial
selektives Schulsystem - sowieso schon sind. Daher ist die IKS gegen
jede Art von Zugangsbeschränkungen und spricht sich bedingungslos für
den freien Hochschulzugang aus.
Gleichheit
Die IKS setzt sich für jede Art von Gleichberechtigung ein. Dabei ist
sowohl Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, zwischen Arm und
Reich als auch zwischen ausländischen und inländischen Menschen
gemeint. Auch die Universitäten stehen spiegeldbildlich für eine
Situation, in der Frauen systematisch diskriminiert und benachteiligt
werden. Während ein Großteil der Studienanfänger_innen weiblich ist,
finden sich auf der Ebene der Professor_innen fast ausschließlich
Männer. Das liegt keineswegs an den Qualifikationen - die gläserene
Decke ist immer noch Realität. Auch an der JKU ist die Situation
denkbar triest: Nur 11% aller Personen, welche eine Professur innehaben, sind weiblich.
Auch ausländische Studierende müssen in Österreich gleich behandelt
werden, wie Studierende mit österreichischer
Staatsbürger_innenschaft. Das Jugendliche ohne österreichische
Staatsbürger_inennschaft mittels finanziellen Hürden (Studiengebühren,
Stipendien uvm.) von einem Studium ausgeschlossen werden und auch
ausländische Studierenden mit vielfachen Barrieren zu kämpfen haben, ist
diskriminierend und mindert Chancengleichheit.
Studienbedingungen
In den vergangenen Jahren ist eine stetige Verschulung der Studienpläne zu beobachten: Voraussetzungsketten, Drop-Out-Klausuren und Studieneingangsphasen. Kritisches Denken und Hinterfragen rücken in den Hintergrund, während das Studium immer mehr von den Interessen der Wirtschaft geprägt wird. Der holprig umgesetzte Bologna-Prozess tut das Seinige zur weiteren Verschlechterung der Studienbedingungen. Die IKS setzt sich für faire Studienbedingungen ein. Die soziale Absicherung der Studierenden muss so weit gehen, dass diese ein Vollzeitstudium betreiben können ohne nebenei berufstätig sein zu müssen. Bis dies erreicht ist, sind jegliche Barrieren für Berufstätige zu beseitigen. Wir fordern daher:
- Abschaffung der Anwesenheitspflicht
- Handlungsempfehlungen statt Voraussetzungsketten
- Keine Drop-Out-Klausuren!
- mehr Online-LVAs, Block-LVAs am Wochenende und LVAs am Abend
Campuskultur
Neben dem Studium gehört auch eine aktive Campuskultur an und um der JKU
zu unseren Kernanliegen. Darunter verstehen wir das Organisieren von
Veranstaltungen wie die Caribbean Night im Ch@t, Podiumsdiskussionen,
Heimfeste & Co. Diese Aktivitäten sollen einen bewussten Gegenpunkt
zum oftmals stressigen Studierenden-Alltag setzen und lassen den viel
zitierten Lebensraum Universität erst Realität werden. Innerhalb der
Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) setzen wir uns dafür ein,
dass beliebte Feste wie Campusrock, Kulturmensafest und ÖH-Sommerfest
auch weiterhin einen festen Bestandteil der Campuskultur bilden. Mit
Erfolg.
Online LVAs
Die Lehre an Universitäten findet zunehmend vor dem Computer-Bildschirm
statt. Auch an der JKU ist „Cyber-Lehre“ beliebt und ersetzt zunehmend
Präsenzveranstaltungen. Das bringt viele Vorteile, doch ist die
Auslagerung von Kursen ins Internet kein Allheilmittel. Die Lehre an der
JKU folgt dem internationalen Trend und findet zunehmend im Internet
statt. Sowohl Studierende als auch Lehrende können aus einer ganzen
Palette von Online-Services, von Multimedia-Angeboten wie
etwa Videomitschnitten der LVA, über eLearning -Portalen bis hin zu Open
Courseware wählen.
- Cyber-Lehre als sinnvolle Ergänzung, jedoch nicht als Ersatz für Präsenzlehrveranstaltungen
- Erstellung eines einheitlichen didaktischen/pädagogischen Konzeptes zur Cyber-Lehre. Zu den Qualitätszielen gehören
auch Planungen für den Ausbau der Cyber-Lehrveranstaltungen. Dabei
sollen alle Fakultäten miteinbezogen werden.
- Cyber-Lehre erlaubt es ohne großen bürokratischen Aufwand,
Wissen und Know-how kostenfrei mit allen Interessierten zu teilen. Damit
erfüllt die Universiät auch eine wichtigte gesellschaftliche Aufgabe.
Als IKS setzen wir uns für die vollständige Freigabe aller
Lehrmaterialien ein. Anerkannte Universitäten wie das MIT nehmen in Sachen freies Wissen eine Vorreiter_innenrolle ein. Erste Erfolge gibt es auch an der JKU bereits.